Gedenkveranstaltung 2. August

Rom und Cinti Union e.V. • 20. August 2026

**Erinnern heißt Verantwortung übernehmen. Gemeinsam gegen das Vergessen und gegen Antiziganismus.**


Am 2. August 2026 haben wir am Gedenkort Hannoverscher Bahnhof auf dem Lohseplatz gemeinsam der Sinti und Roma gedacht, die während des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden.


Die Gedenkveranstaltung der **Rom und Cinti Union e. V., des Landesvereins der Sinti in Hamburg e. V. und des FC St. Pauli** stand nicht nur im Zeichen des Erinnerns. Sie machte auch deutlich, dass aus Erinnerung Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft entstehen muss.


**Arnold Weiß vom Landesverein der Sinti in Hamburg e. V.** erinnerte in seiner bewegenden Rede an die Verfolgung und Ermordung unserer Menschen und daran, wie wichtig es ist, ihre Geschichten und ihr Leid niemals in Vergessenheit geraten zu lassen. Wir danken Arnold für seine eindringlichen Worte und für die langjährige gemeinsame Gedenk- und Bürgerrechtsarbeit.


Mit **Gina Knudsen** sprach zugleich eine junge Generation unserer Community. Als 17-jährige Romni, die mit der Bürgerrechts- und Erinnerungsarbeit ihrer Familie aufgewachsen ist, stellte sie eine Frage, die uns alle beschäftigen sollte:


**Wie viele Generationen sollen noch dieselben Forderungen wiederholen, bis aus Versprechen endlich verbindliches Handeln wird?**


Gina erinnerte an die Überlebenden und Ermordeten, darunter Leokardia Tislar, Bibi Lonja, und Rigoletto Weiss. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass Antiziganismus nicht nur ein Teil der Vergangenheit ist. Sinti und Roma erleben ihn bis heute in Schulen, bei der Wohnungssuche, in Behörden, in den Medien, in der Politik und im Internet.


Ihre Hoffnung ist auch unsere Hoffnung: Dass junge Sinti und Roma eines Tages ihre Herkunft nicht mehr verstecken müssen und dass die Generation nach ihnen **nicht mehr dieselben Reden halten und dieselben Forderungen stellen muss.**


Bei unserer Gedenkveranstaltung waren auch Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft an unserer Seite:


**SPD:** Baris Önes und Irene Appiah

**Bündnis 90/Die Grünen:** Filiz Demirel und Gudrun Schittek

**Die Linke:** Hila Latifi


Mit dabei war außerdem unsere langjährige Unterstützerin **Christiane Schneider**.


Wir bedanken uns für die Teilnahme, den offenen Austausch, die Verbundenheit und die Unterstützung unserer gemeinsamen Arbeit gegen Antiziganismus und für Anerkennung, Erinnerung und gleichberechtigte Teilhabe.


Doch Gedenken darf nicht am 2. August enden.


Es darf nicht bedeuten, einmal im Jahr einen Kranz niederzulegen und anschließend wieder zum Alltag überzugehen. Erinnerung muss Konsequenzen haben.


Deshalb ist unser nächstes gemeinsames Ziel klar:


**STAATSVERTRAG FÜR SINTI UND ROMA IN HAMBURG.**


Andere Bundesländer haben bereits verbindliche Vereinbarungen mit den Selbstorganisationen der Sinti und Roma geschlossen. Auch in Hamburg haben sich unsere Vereine in einem Dachverband zusammengeschlossen. Damit gibt es einen gemeinsamen und verlässlichen Ansprechpartner für die Freie und Hansestadt Hamburg.


Jetzt ist es an der Zeit, die Zusammenarbeit zwischen Hamburg und dem **Dachverband der Sinti und Roma Interessenvertretungen in Hamburg** auf eine dauerhafte, verlässliche und verbindliche Grundlage zu stellen.


Wir erinnern an die Ermordeten.

Wir ehren die Überlebenden.

Wir hören den Stimmen der älteren Generation zu und geben der jungen Generation Raum.


Und wir machen weiter.


**Gemeinsam erinnern. Gemeinsam kämpfen. Gemeinsam Verantwortung übernehmen.**


**Unser nächstes Ziel: Staatsvertrag.**


Für Anerkennung. Für Gleichberechtigung. Gegen Antiziganismus.

**Für Sinti und Roma in Hamburg.**


von Rom und Cinti Union e.V. 20. August 2026
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