Der Rita Clemens Menschenrechtspreis
Der Rita Clemens Menschenrechtspreis ist eine Auszeichnung der Rom und Cinti Union e. V. Er würdigt Menschen, die sich in besonderer Weise für Menschenrechte einsetzen und die Erinnerung an die Opfer rassistischer Gewalt und Verfolgung wachhalten. Der Preis verbindet Gegenwart und Geschichte: Er ist Anerkennung für Haltung und Engagement und zugleich ein deutliches Zeichen gegen das Vergessen.
Warum wir an Rita Clemens erinnern
Rita Clemens war vier Monate alt, als sie 1944 mit dem letzten Deportationszug aus Hamburg nach Auschwitz Birkenau verschleppt wurde. Sie kehrte nicht zurück. Ihr Name steht für viele, deren Leben ausgelöscht wurde und deren Geschichten zu lange übergangen wurden. Der Preis erinnert an dieses Unrecht und macht sichtbar, was Verantwortung heute bedeutet: konsequentes Eintreten für Menschenwürde, Schutz vor Ausgrenzung und eine Erinnerungskultur, die auch die Perspektiven der Betroffenen ernst nimmt.
Verleihung 2026 in St. Katharinen
Am 26. Januar 2026 wurde der Rita Clemens Menschenrechtspreis 2026 in der Hauptkirche St. Katharinen in Hamburg an Prof. Dr. Detlef Garbe verliehen. Durch den Abend führte Angelo Rosenberg. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit dem Entzünden einer Kerze durch Gina Knudsen zum Gedenken an Rita Clemens.
Die Laudatio hielt Rudko Kawczynski. Er würdigte den jahrzehntelangen Einsatz von Prof. Garbe für die Rechte der vom nationalsozialistischen Rassenwahn verfolgten Gruppen. Er erinnerte auch an gemeinsame Erfahrungen, unter anderem während der Besetzung der KZ Gedenkstätte Neuengamme im Jahr 1989.
In seiner Oratio sprach Prof. Dr. Garbe über seine jahrzehntelange Arbeit, unter anderem im Kontext der Hamburger Stiftung für NS Verfolgte. Er gedachte wichtiger Wegbegleiter der Hamburger Erinnerungskultur, Walter Stanoski Winter und Marko Knudsen.
Musikalisch begleitet wurde die Verleihung vom Gaetano Duo mit Gaetano Steinbach und Raymond Weiß sowie vom Duo Cellitarra mit Mihaela Lejeune am Cello und Dorin Lejeune an der Gitarre. Die Musik gab dem Abend Raum für Stille, Würde und Nachdenken.
Ein breites Publikum aus Politik, Wissenschaft, Organisationen und der Community nahm an der Veranstaltung teil. Der Rita Clemens Menschenrechtspreis ist damit mehr als eine Ehrung. Er ist ein gemeinsamer Moment des Gedenkens und ein Aufruf, Menschenrechte im Alltag, in Institutionen und in der Öffentlichkeit zu stärken. Erinnerung ist nicht rückwärtsgewandt. Sie ist Voraussetzung dafür, dass Ausgrenzung und Entmenschlichung nicht erneut zur Normalität werden.
Frühere Preisträger
Zu den früheren Preisträgern zählte Dr. Henning Voscherau. Die Auszeichnung wurde ihm 2018 postum verliehen und von seiner Familie entgegengenommen. Diese Verbindung von persönlichem Gedenken und öffentlicher Verantwortung prägt den Preis bis heute.
Wir danken allen, die diesen Abend getragen haben. Der Rita Clemens Menschenrechtspreis steht für Erinnerung, Verantwortung und den gemeinsamen Anspruch, dass Menschenwürde und Menschenrechte nicht verhandelbar sind.


